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Großbaustelle auf dem Altteil der Deponie Backnang-Steinbach
- Mehrjährige Baumaßnahme einer Oberflächenabdichtung mit Rekultivierung

Stillgelegte Hausmülldeponien müssen mit einer Oberflächenabdichtung versehen und rekultiviert werden. Damit soll langfristig die Bildung von Deponie-Sickerwasser vermindert und gasförmige Emissionen aus dem Deponiekörper weitestgehend vermieden werden. „Diese Maßnahmen dienen dem Umweltschutz und sind erforderlich, um die Deponie in die Nachsorgephase entlassen zu können“, erklärt der AWG-Geschäftsführer Gerald Balthasar.

Mit der Baumaßnahme auf dem Altteil der Deponie Backnang-Steinbach wurde im Auftrag der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Rems-Murr-Kreises in diesem Frühjahr begonnen. Vielen Anlieferern wird seitdem aufgefallen sein, dass die seitherige Bepflanzung in weiten Bereichen einer Großbaustelle weichen musste. Aus Gründen des Naturschutzes wird die Baumaßnahme in zwei Abschnitten durchgeführt, um den Erhalt der dort angetroffenen geschützten Arten sicherzustellen. Der erste Bauabschnitt soll innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen, die gesamte Baumaßnahme bis 2022 fertiggestellt sein.

Im Zuge der Baumaßnahme wird die bestehende Erdabdeckung gleichmäßig profiliert und eine mineralische Dichtungsschicht sowie eine wasserundurchlässige Folie aufgebracht. Darauf wird eine ca. zwei Meter dicke Rekultivierungsschicht aufgebaut, die dann erneut mit Bäumen und Gehölzen bepflanzt wird. Offene Bereiche dienen der Ansiedlung von sonnenliebenden Arten wie der Zauneidechse, die vor der Baumaßnahme an diesem Standort angetroffen wurde.

Während im bisherigen Bauverlauf hauptsächlich Profilierungsarbeiten und die Errichtung eines kleinräumigen sogenannten Probefeldes des gesamten Dichtungsaufbaus durchgeführt wurden, soll in den kommenden Tagen nun der flächige Dichtungsbau beginnen. Auf den Tragschichten wird eine 2,5 mm dicke Kunststoffdichtungsbahn in Kombination mit einer mineralischen Dichtlage aufgebracht.

Die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Rems-Murr-Kreises wird in den kommenden Jahren auch auf weiteren stillgelegten Deponien den Bau von Oberflächenabdichtungen umsetzen. So soll als nächstes ein Teilabschnitt der stillgelegten Deponie Schorndorf und in den Folgejahren die größte Deponie im Kreis, die Deponie „Eichholz“ bei Winnenden, abgedichtet werden. Die Kosten für diese Großbaustellen, welche für den ersten Bauabschnitt auf dem Altteil der Deponie Backnang-Steinbach immerhin rund 5 Mio. Euro  betragen, werden über Nachsorgerückstellungen aus den Müllgebühren finanziert. Die Bildung der erforderlichen Rücklagen wurde angesichts der gestiegenen Baukosten im Rahmen der Gebührenkalkulation neu berechnet.