Logo der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Rems-Murr-Kreises
 
Schriftgröße:   Schrift vergrößern  Schrift verkleinernSchrift kann nicht weiter verkleinert werden   
+ Navigation
- Navigation

Innovative Entsorgungsanlagen für mehr Service und Mehrwert-moderate Erhöhung der Abfalljahresgebühr

Mit der Änderung der Abfallgebühren für Privathaushalte zum 1. Januar 2022 soll auch die Servicequalität der Abfallwirtschaft im Rems-Murr-Kreis deutlich verbessert werden. Der Entwurf des Abfallwirtschaftskonzepts sieht Investitionen in Millionenhöhe vor.

Die moderne Kreislaufwirtschaft ist ein wesentlicher Baustein nachhaltigen Handels. „Mit der Ausarbeitung des neuen Abfallwirtschaftskonzeptes reagieren wir auf die Entsorgungsfragen unserer Zeit. Trotz Corona haben wir mit dem Verwaltungsrat intensiv beraten und die Weichen neu gestellt“ erklärt Landrat Dr. Richard Sigel. „Zahlreiche Annahmestellen sind beispielsweise in die Jahre gekommen und werden den Anforderungen an eine moderne Abfallwirtschaft nicht mehr gerecht. Dies gilt auch für die Öffnungszeiten von Deponien und Wertstoffhöfen, die nicht zum Lebensalltag vieler Menschen passen. Das soll sich mit dem neuen Konzept grundlegend ändern“ so der Landrat weiter.
Nach vier Jahren mit stabilen Gebühren kommt die Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) aber auch nicht umhin, das Gebührenniveau moderat anzupassen. Das hat der Verwaltungsrat der AWRM in seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag beschlossen. Das letzte Wort hat allerdings der Kreistag, der dem Abfallwirtschaftskonzept noch zustimmen und eine entsprechende Weisung erteilen muss. 
Gebühren bleiben trotz Erhöhung deutlich unter dem Landesvergleich
Die Grundgebühr für einen Vier-Personenhaushalt soll um 5 Euro moderat von bislang 73 Euro auf nunmehr 78 Euro angepasst werden. Die Gebühren für Müllmarken bleiben erfreulicherweise stabil. Die Jahresgebühr für einen Vier-Personen-Musterhalthaushalt mit Rest- und Biomülltonne erhöhe sich insgesamt somit um 3,6 Prozent auf 143 Euro. Neben steigenden Kosten sind weniger Gebührenüberschüsse aufgrund gefallener Wertstofferlöse für Papier aus den Jahren 2018/2019, höhere Nachsorgerückstellung sowie die Entwicklung des Müllaufkommens wesentliche weitere Faktoren, die zu einer Anpassung der Gebühren führen.
Trotz der Erhöhung liegt der Rems-Murr-Kreis knapp 17 Prozent unter dem Landesdurchschnitt in Baden-Württemberg. Durchschnittlich 171,64 Euro müssen die Bürgerinnen und Bürger im Land für das Jahr 2021 bezahlen. Landesweit sind die Gebühren um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. „Wären die Abfallgebühren im Rems-Murr-Kreis seit 2005 entsprechend der Inflationsrate gestiegen, müssten die Bürgerinnen und Bürger mit fast 172 Euro rund 25 Prozent mehr für Ihre Abfallentsorgung bezahlen. Für die Abfallentsorgung in den Jahren 2022/2023 bezahlen die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis aber nur 4,4 Prozent mehr wie vor 17 Jahren“ ergänzt Finanzvorstand Marcus Siegel.
Für nur fünf Euro im Jahr mehr kann ein vierköpfiger Haushalt von neuen Angeboten bei der AWRM profitieren. Insbesondere in das Serviceangebot und in Nachhaltigkeit möchte die AWRM, als hundertprozentiges Tochterunternehmen des Landkreises, investieren. Die Modernisierung der Annahmestellen und eine deutliche Verlängerung sowie Vereinheitlichung der Öffnungszeiten, auch in die Abendstunden hinein, sind ein zentraler Baustein des neuen Abfallwirtschaftskonzeptes. Die Bürgerinnen und Bürger sollen einen Mehrwert spüren.
Ärgernis Kartonagen und Sammelplätze wird angegangen
Ein ganz konkreter Mehrwert soll sein, dass das Ärgernis zunehmender Kartonagen unter anderem durch den Versandhandel und die damit einhergehende „Vermüllung“ der Papiercontainer angegangen wird. Denn nicht nur die Corona-Pandemie, sondern das Konsumverhalten der Gesellschaft im Allgemeinen spiegelt sich in der Entwicklung des Müllaufkommens wieder. Onlinebestellungen und die damit einhergehenden Berge an Kartonagen sind nicht mehr nur an den Weihnachtsfeiertagen und zum Jahreswechsel spürbar.
Noch in diesem Jahr sollen die Bürgerinnen und Bürger ihre Kartonagen ganz bequem zuhause entsorgen können. Zunächst versuchsweise wird eine erweiterte haushaltsnahe Kartonagenbündelsammlung im Dezember sowie im Januar 2022 angeboten. In den Monaten Dezember und Januar haben die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis dann die Möglichkeit, gebündelte Kartonagen einfach neben die Blaue Tonne zur Abholung bereitzustellen und die Fahrt zur Deponie oder zum Papiercontainer zu sparen. Die AWRM erhofft sich von diesem Service, die Vermüllung der Containerstandorte um den Jahreswechsel zu reduzieren und im Idealfall zu vermeiden. „Sollte diese Maßnahme Früchte tragen, könnte auch über eine dauerhafte Kartonagenbündelsammlung nachgedacht werden“, so Landrat Dr. Sigel.
Klimaschutz als Nebeneffekt reicht nicht aus. Der Landkreis und die AWRM sind sich ihrer Rolle und der Verantwortung, klimaneutrales Handeln vorzuleben, bewusst. Bei der zukünftigen Ausrichtung der Abfallwirtschaft sollen der Umwelt- und Klimaschutz noch konkreter werden. Das Abfallwirtschaftskonzept der AWRM ist ein Baustein, der die Anstrengungen des Rems-Murr-Kreises in Sachen Klimaschutz eng verzahnt. Synergien entstehen und können für einen noch nachhaltigeren Landkreis genutzt werden.
„Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit sind für die Vermeidung von Abfällen von entscheidender Bedeutung“ ergänzt Vorständin Anika Fritz. Zum Serviceangebot der AWRM zählt daher auch die Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger. Durch gezielte Kampagnen möchte die AWRM ein wichtiger Ratgeber beim Vermeiden, Trennen und Verwerten von Abfällen sein, um die täglich anfallenden Abfallmengen in den privaten Haushalten zu verringern. „Dazu zählen auch die neuen Geschirrmobile, die jetzt wegen Corona viel zu lange Pause hatten. Aber mit dem Verbot von Einweggeschirr und der Möglichkeiten wieder Veranstaltungen zu machen, rechnen wir hier mit Hochkonjunktur und einem sichtbaren Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit“, so Fritz weiter.
Leider landet noch immer zu viel Biomüll in den Restmülltonnen im Landkreis. Anstatt mit der Verwertung des Biomülls Energie und Düngemittel zu gewinnen, wird diese wichtige Ressource teuer thermisch verwertet. Sollten Haushalte noch keine Biomülltonne nutzen, berät die AWRM zu diesem Thema gern. Denn die Biotonne ist günstiger als die Restmülltonne. Mit der richtigen Mülltrennung leistet jeder einzelne nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, es wird auch noch der Geldbeutel geschont. Die Abfallwirtschaft Rems-Murr berät hier gerne. Beratungshotline: 07151 501 9535