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Neue Wege in der Abfallwirtschaft des Landkreises

Umwelt- und Verkehrsausschuss beschließt Handlungsfelder für eine zukunftsfähige und nachhaltige Kreislaufwirtschaft

Wie kaum eine andere Branche ist die Abfallwirtschaft im alltäglichen Leben verankert. Angefangen vom Kaffeefilter am Morgen über die ausrangierte Zahnbürste bis hin zu den Farbdosen, die beim Ausmisten des Kellers aufgetaucht sind -– in allen Haushalten fällt mehr oder weniger Abfall an, der entsorgt werden muss. Sei es durch die Mülltonnen am Haus, das Umweltmobil oder die Recyclinghöfe: Die kommunale Abfallwirtschaft ist ständig präsent und erfüllt eine wichtige Entsorgungsfunktion.

„Der Rems-Murr-Kreis hat sich und allen dazugehörigen Unternehmen hohe Klimaschutzziele gesetzt. Diese müssen mehrspurig angegangen werden, sowohl in der Landkreisverwaltung, aber unter anderem auch in der Abfallwirtschaft. Denn neben der Bewältigung der Corona-Pandemie ist der Klimaschutz die zentrale Aufgabe, welche wir alle tatkräftig angehen müssen“, so Landrat Dr. Sigel. Denn Abfallwirtschaft ist mehr als Logistik und Entsorgung. Werden getrennt gesammelte Abfälle effizient verwertet, schont dies natürliche Ressourcen. Rohstoffe gelangen so wieder in den Kreislauf. Technologische Fortschritte in der Abfallwirtschaft leisten dabei auch einen Beitrag zum Klimaschutz. Allein durch die Weiterentwicklung der Abfallwirtschaft wurden mehr als 20 Prozent der „Kyoto-Ziele“ Deutschlands erreicht.

Mit der ökologischen Bedeutung einer modernen Kreislaufwirtschaft hat sich der Umwelt- und Verkehrsausschuss in seiner letzten Sitzung beschäftigt. Anlass war die Entwicklung eines neuen Abfallwirtschaftskonzepts für den Rems-Murr-Kreis. Dieses Konzept stellt das zentrale Planungsinstrument der AWRM in ihrer Funktion als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger im Landkreis dar. Zum einen berücksichtigt es neue gesetzliche Vorgaben und die Ziele des landesweiten Abfallwirtschaftsplanes. Zum anderen nutzt es den Spielraum zur Ausgestaltung abfallwirtschaftlicher Strukturen. Hierzu zählen z. B. das Abfallsammelsystem, die Annahmestellen und das Gebührensystem.

Am Anfang stand die Analyse des Status Quo. Mit ihr hat sich der Verwaltungsrat im September letzten Jahres befasst. Im nächsten Schritt wurden Handlungsfelder erarbeitet, in denen die Abfallwirtschaft weiterentwickelt werden soll.
Ein zentrales Thema soll dabei die Abfallvermeidung sein. Denn die Beseitigung großer Abfallmengen ist nicht nur teuer, sondern auch schlecht für die Umwelt. Zwar liegt das Pro-Kopf-Aufkommen beim Hausmüll im Rems-Murr-Kreis bereits unter dem Landesdurchschnitt. Es könnte aber noch weiter gesenkt werden. Hier sind vor allem Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit erforderlich.

Neben der Vermeidung von Abfall ist seine effiziente Trennung ein weiterer wesentlicher Ansatzpunkt des Abfallwirtschaftskonzeptes. Eine gute Abfalltrennung setzt eine bürgerfreundliche und zeitgemäße Infrastruktur der Entsorgungseinrichtungen voraus. Eine Schlüsselrolle spielen hier attraktive Annahmestellen für Abfall und Wertstoffe. Je besser diese Annahmestellen sind, desto besser ist die Qualität der Abfalltrennung.

Neben einer nachhaltigen Verwertung der Abfälle von heute zählt auch die klimaschonende Bewirtschaftung der deponierten Abfälle von gestern zu den Aufgaben einer funktionierenden Abfallwirtschaft. So ist für die stillgelegten Deponien im Landkreis ein Konzept zur effizienten Verwertung von Deponiegas geplant. Und im Rahmen einer Deponierekultivierung sollen Flächen für die solare Energieerzeugung genutzt werden.

Umweltfreundliches und klimaschonendes Verhalten setzt Information voraus. Deshalb sollen digitale Medien die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern stärken. Sie machen Informationen und Tipps rund um die Abfallwirtschaft einfach zugänglich. Digitale Medien sollen aber auch für Schwerpunkt-Themen der Abfallwirtschaft genutzt werden.

Die grundsätzliche Ausrichtung der vorgestellten Handlungsfelder ist bei den Mitgliedern des Umwelt- und Verkehrsausschusses auf Zustimmung gestoßen. Auf dieser Basis wird die AWRM nun konkrete Maßnahmen erarbeiten. Im Sommer ist dann die Beratung der Umsetzungsschritte im Verwaltungsrat der AWRM und im Umwelt- und Verkehrsausschuss geplant.

Auf der Internetseite der AWRM wurde unter www.abfallwirtschaft-rems-murr.de/awiko ein Bereich eingerichtet, über den sich Interessierte mit Anregungen für das Abfallwirtschaftskonzept einbringen können. Die Beschlussfassung zum Konzept soll voraussichtlich noch dieses Jahr erfolgen.